Peppol in Deutschland: Brauche ich das für die E-Rechnung?
Stand: 15. Oktober 2026 · Mit KI erstellt und anhand der unten genannten Quellen geprüft. Keine Steuerberatung.
Das Wichtigste
- Peppol ist ein Netzwerk, über das E-Rechnungen von Firma zu Firma laufen. Es ist kein Rechnungsformat wie XRechnung oder ZUGFeRD.
- Eine allgemeine Peppol-Pflicht für Rechnungen zwischen Unternehmen in Deutschland haben wir nicht gefunden. Für den Empfang reicht laut BMF ein E-Mail-Postfach.
- Wer Peppol nutzen will, braucht einen Access Point, meist über einen Dienstleister oder die eigene Rechnungssoftware. Das kann Kosten verursachen.
Was ist Peppol?
Die KoSIT, die nationale Stelle für Peppol in Deutschland, beschreibt es so: „Peppol bezeichnet eine in Europa und zunehmend auch international etablierte Infrastruktur. Sie dient der sicheren Übermittlung von strukturierten Daten im Kontext der elektronischen Beschaffung.“ (KoSIT, Peppol Authority Deutschland).
Peppol ist also ein Transportweg, vergleichbar mit einem Postdienst für Rechnungsdaten. Auf die Frage, ob Peppol nur ein weiteres Datenformat wie die XRechnung sei, antwortet die KoSIT: „Nein, Peppol ist eine Sammlung von Komponenten und Spezifikationen, mit deren Hilfe innerhalb der Infrastruktur des Peppol-Netzwerks Dokumente auf standardisierte Weise zwischen unterschiedlichen Business-Partnern ausgetauscht werden.“ (KoSIT, FAQ Peppol).
Was im Netzwerk verschickt wird, ist eine strukturierte Rechnung. Die KoSIT schreibt: „XRechnung wird in den Syntaxen UBL und CII weiterentwickelt. Beide Syntaxen können über das Peppol-Netzwerk transportiert werden.“ (KoSIT, FAQ Peppol). Daneben gibt es ein eigenes Peppol-Rechnungsformat, Peppol BIS Billing 3.0. Es folgt derselben europäischen Norm wie die XRechnung: „Any instance documents compliant to this specification will be compliant with the European Standard (EN 16931).“ (OpenPeppol, Peppol BIS Billing 3.0). Den Unterschied zwischen den Formaten erklärt der Ratgeber XRechnung oder ZUGFeRD?.
So funktioniert das Netzwerk: vier Ecken
OpenPeppol, der Verband hinter dem Netzwerk, schreibt: „At the heart of Peppol is the four-corner model, which enables buyers and suppliers to connect via any Peppol-accredited Service Provider.“ (OpenPeppol, About).
Die vier Ecken sind:
- der Absender der Rechnung,
- sein Zugangspunkt zum Netzwerk (Access Point),
- der Access Point des Empfängers,
- der Empfänger.
Absender und Empfänger müssen nicht beim selben Anbieter sein: Laut OpenPeppol verbinden sie sich über einen beliebigen zugelassenen Dienstleister.
Damit eine Rechnung ihr Ziel findet, hat jeder Empfänger eine eindeutige Adresse: „Jeder Access Point muss seine bei ihm angeschlossenen Empfänger jeweils über einen eindeutigen Participant Identifier (auch Peppol-ID genannt) an einem SMP Server registrieren.“ (KoSIT, FAQ Peppol). Ein SMP ist eine Art Adressbuch. Dort steht laut KoSIT, „über welchen Access Point er erreichbar ist, und welche Dokumententypen dieser Empfänger akzeptieren kann“ (KoSIT, FAQ Peppol).
Muss ich Peppol nutzen?
Für Rechnungen zwischen Unternehmen in Deutschland haben wir in Gesetz und BMF-Schreiben keine allgemeine Peppol-Pflicht gefunden. Das BMF überlässt den Weg den Geschäftspartnern: „Auf welches zulässige elektronische Rechnungsformat und welchen zulässigen Übermittlungsweg sich die Vertragsparteien einigen, ist zivilrechtlich zwischen ihnen zu klären. Für die Übermittlung von E-Rechnungen kommen beispielsweise der Versand per E-Mail, die Bereitstellung der Daten mittels einer elektronischen Schnittstelle, der gemeinsame Zugriff auf einen zentralen Speicherort innerhalb eines Konzernverbundes oder die Möglichkeit des Downloads über ein Internetportal in Betracht.“ (BMF-Schreiben vom 15.10.2024, Rn. 36).
Für den Empfang genügt ein E-Mail-Postfach: „Ab dem 1. Januar 2025 besteht für inländische Unternehmer die Notwendigkeit, eine E-Rechnung empfangen zu können. Hierfür reicht es aus, wenn der Rechnungsempfänger ein E-Mail-Postfach zur Verfügung stellt.“ (BMF-Schreiben vom 15.10.2024, Rn. 40).
Peppol kann trotzdem nötig werden:
- wenn ein Kunde vertraglich verlangt, dass Sie über Peppol schicken oder empfangen,
- wenn Sie viele Rechnungen an Behörden schicken und dafür einen automatischen Weg wollen.
Wie Sie E-Rechnungen per E-Mail empfangen und lesen, steht im Ratgeber E-Rechnung empfangen. Die Versandwege für eigene Rechnungen erklärt E-Rechnung erstellen.
Wie komme ich ins Netzwerk?
Sie brauchen einen Access Point. Die KoSIT schreibt: „Um elektronische Dokumente über das Peppol-Netzwerk austauschen zu können, muss eine Verbindung zu einem Access Point bestehen“. Sie können selbst einen betreiben oder einen Dienstleister beauftragen (KoSIT, FAQ Peppol).
Unsere Einschätzung: Für kleine Betriebe ist ein Dienstleister meist einfacher. Das Beschaffungsamt nennt als Vorteil: „Der Aufbau eines eigenen Access Points ist nicht notwendig, dadurch wird die Komplexität der eigenen IT-Infrastruktur nicht durch einen zusätzlichen Peppol Access Point erhöht.“ (Beschaffungsamt des BMI, Übertragungskanal Peppol). Fragen Sie auch den Anbieter Ihrer Rechnungssoftware, ob er einen Peppol-Anschluss anbietet und was er kostet.
Eine Mitgliedschaft im Verband brauchen Sie nicht: „While buyers and suppliers do not need to become members of OpenPeppol to use the Peppol Network and Specifications, joining enables you to directly influence the future development of Peppol.“ (OpenPeppol, For End Users).
Was kostet Peppol?
Das Netzwerk selbst verlangt keine Gebühr pro Rechnung, der Zugang aber schon: „Es fallen keine Transaktions- bzw. Roaming-Gebühren an. Für den Zugriff auf die Zugangspunkte in das Peppol-Netzwerk entstehen Kosten. Diese sind abhängig davon, ob die Dienste eines externen Service Providers in Anspruch genommen werden oder eine eigene Infrastruktur aufgebaut wird.“ (KoSIT, FAQ Peppol). Preise einzelner Dienstleister haben wir nicht verglichen.
Fragen an einen Dienstleister
- Welche Peppol-ID bekommt mein Betrieb, und ist sie als Empfänger registriert?
- Welche Formate und Versionen kann ich empfangen und senden?
- Wie kommen eingegangene Rechnungen zu mir: als XML-Datei, per E-Mail, in meine Buchhaltung?
- Bekomme ich die Originaldatei zum Archivieren? Wie Sie E-Rechnungen aufbewahren, steht in E-Rechnung archivieren.
- Was kostet der Anschluss pro Monat oder pro Rechnung?
- Kann ich vor dem Start eine Testrechnung von einem anderen Anschluss empfangen?
Peppol und Rechnungen an Behörden
Die Bundesverwaltung nimmt Rechnungen über ihre Plattform OZG-RE an. Peppol ist dort einer von vier Wegen: „Versand über das Peppol-Netzwerk Versand per E-Mail Upload an der Weboberfläche Manuelle Eingabe an der Weboberfläche“ (Beschaffungsamt des BMI, Übertragungskanal Peppol). Wer nur selten an Behörden schreibt, braucht dafür also nicht unbedingt Peppol.
Die frühere zweite Plattform des Bundes, die ZRE, gibt es nicht mehr: Sie wurde „für den Rechnungsempfang außer Betrieb genommen und zum Jahresende 2025 abgeschaltet“ (Beschaffungsamt des BMI, Konsolidierung ZRE und OZG-RE, 25.06.2026). Ältere Anleitungen, die die ZRE nennen, sind insoweit überholt.
Drei Punkte gelten für Peppol an den Bund:
- Adresse: Die Peppol-Adresse einer Bundesbehörde „setzt sich in der Bundesverwaltung grundsätzlich aus dem Präfix 0204 und der Leitweg-ID Ihres Auftraggebers (Rechnungsempfängers) zusammen“, also
0204:Leitweg-ID(Beschaffungsamt des BMI, Übertragungskanal Peppol). - Leitweg-ID in der Rechnung: „In der E-Rechnung selbst muss allerdings die Leitweg-ID eingetragen werden, andernfalls wird die E-Rechnung an der OZG-RE abgewiesen.“ (ebenda).
- Registrierung: „Zum Übermitteln von E-Rechnungen an die Bundesverwaltung wird unabhängig vom gewählten Übertragungskanal aktuell die Registrierung an der Rechnungseingangsplattform des Bundes in den jeweiligen Nutzungsbedingungen vorausgesetzt.“ (ebenda; siehe auch § 4 Abs. 3 ERechV).
Für das Format gilt: „Für den nationalen Versand von elektronischen Rechnungen an die öffentliche Verwaltung in Deutschland ist der Standard XRechnung vorgegeben.“ (KoSIT, Peppol Authority Deutschland). Länder und Kommunen haben teils eigene Regeln. Mehr im Ratgeber E-Rechnung an Behörden; was die Fehlermeldung BR-DE-15 zur Leitweg-ID bedeutet, erklärt Fehlermeldungen.
Wer ist für Peppol in Deutschland zuständig?
„Die KoSIT ist im Auftrag des IT-Planungsrats die nationale Peppol Authority für Deutschland.“ (KoSIT, Peppol Authority Deutschland). Bei Problemen mit dem Empfang ist aber zuerst Ihr Dienstleister zuständig, bei Behördenrechnungen die jeweilige Plattform.
Eine E-Rechnung bekommen, egal auf welchem Weg?
Der Viewer öffnet XRechnung, ZUGFeRD und Peppol BIS Billing 3.0 im Browser, ohne Upload.
E-Rechnung öffnenQuellen
- KoSIT / XStandards Einkauf: Peppol Authority Deutschland
- KoSIT / XStandards Einkauf: FAQ Peppol (Access Point, SMP, Kosten, Syntaxen)
- OpenPeppol: About (Vier-Ecken-Modell)
- OpenPeppol: For End Users (keine Mitgliedschaft nötig)
- OpenPeppol: Peppol BIS Billing 3.0
- BMF-Schreiben vom 15.10.2024: Rn. 36 (Übermittlungswege), Rn. 40 (Empfang per E-Mail-Postfach)
- Beschaffungsamt des BMI: Übertragungskanal Peppol (OZG-RE, Receiver-ID, Registrierung)
- Beschaffungsamt des BMI: Konsolidierung ZRE und OZG-RE, 25.06.2026
- § 4 ERechV (Abs. 3: Verwaltungsportal und Registrierung)